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EVEREST.
GEISTER
von
Sven Lange
mit
Sven Heiß und Richard Hucke
„Es
ist keine Schande, Angst zu haben, es ist nur eine Schande,
sich von ihr leiten zu lassen.” (Mallory in EVEREST.
GEISTER)
Regie:
Christina Vayhinger
Dramaturgie: Karoline Bendig
Licht: Katja Winke
Musik: Peter Land
Assistenz: Ursula Breckner
Spieldauer 75 min.
UA 23.10.2007, Orangerie Köln
Inhalt
Am Morgen
des 8. Juni 1924 brechen die britischen Bergsteiger George
Mallory und Andrew Irvine in Richtung Gipfel des Mount Everest
auf. Auf einer Höhe von ca. 8.500 m werden sie ein letztes
Mal gesichtet und verschwinden dann im Nebel. Sie kehren nicht
zurück. Bis heute ist ungewiss, ob Mallory und Irvine
den Gipfel erreichten. 1999 wurde die konservierte Leiche
Mallorys in 8.200 m Höhe gefunden. Das Foto seiner Frau
Ruth, das er stets am Körper getragen hatte, war nicht
mehr bei ihm zu finden; er hatte es am Gipfel ablegen wollen.
In Sven Langes EVEREST. GEISTER sitzen Mallory und Irvine
als unerlöste Geister am Gipfel des Everest und beobachten,
wie andere nach ihnen den Berg bezwingen. In Rückblicken
werden wir Zeuge ihres ersten Zusammentreffens, ihrer abenteuerlichen
Expedition zum Everest und ihrer letzten gemeinsamen Stunden
am Berg.
EVEREST. GEISTER ist ein Stück über Obsession und
Hybris, über das Scheitern an einer selbstgestellten
Aufgabe und über die Sehnsucht des Menschen nach Größe,
die ihn auf die höchsten Gipfel der Erde steigen lässt.
Pressestimmen
Die Kulisse in der Orangerie ist karg; ein
Baugerüst und ein Lautsprecher, aus dem das unerbittliche
Pfeifen des eisigen Windes tönt. dazwischen Mallory
(Richard Hucke) und Irvine (Sven Heiß), die es während
einer Himalaya-Expedition 1924 als erste auf den Mount Everest
schaffen sollten. Doch diesen Kampf „um das Leben
selbst” haben sie verloren. Ihre Geister beobachten
nun andere bei dem Versuch, den Gipfel zu bezwingen. Mit
wutschmerzverzogenem Gesicht stößt Mallory die
Namen derer hervor, die geschafft haben, was ihm versagt
blieb. Tränen würde er vergießen, hätten
Geister Tränen.
Die eindringlichste Szene in dieser überaus gelungenen
Inszenierung von Christina Vayhinger ist der Aufstieg in
Zeitlupe, den Punkt der Erschöpfung haben sie längst
überschritten, ihre Sätze sind zerfetzt vom ständig
hervorgestoßenen Fluch „ich krieg keine Luft”.
Als nach der Szene die Bühne kurz ins Dunkel getaucht
ist, holt nicht nur ein Zuschauer tief Atem. Schließlich
aber, beide sitzen als Geister auf dem Dach der Welt, kommt
Ruhe über sie. Das Stück von Sven Lange lebt von
der grandiosen Vorstellung der beiden Schauspieler, die
das Publikum mitnehmen in die Traumhölle des Mount
Everest.
(Kölner
Stadtanzeiger, 10/07)
Ein Baugerüst nur,
zerfetzte Bergsteigerklamotten und zwei fesselnde Schauspieler
- mehr braucht Christina Vayhinger nicht, um diese anschauliche
Auseinandersetzung mit der Abenteuerlust stimmungsvoll und
punktgenau in Szene zu setzen. Richard Hucke (George) und
Sven Heiß (Andrew) allerdings zeigen, was brillante
Schauspieler wie Bergsteiger gleichermaßen haben müssen:
Hingabe, die alles umschließt. Wir waren auch oben.
Verdammt kalt dort. Atemstockend.
(Westdeutsche
Zeitung, 03/08)
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