Stücke


INSOMNIA

von THEATER 1000 HERTZ

„Ich wäre gerne mal ein Mensch. Ein Durchschnittsbürger. Ein männlicher.”
(Nocturna in INSOMNIA)

mit Bernd Blömer, Gerd Buurmann, Christina Hartman, Sabine Kämper, Mareike Marx

Regie: Charlotte Luise Fechner / Christina Vayhinger
Licht: Katja Winke, Patrick Geesmann
Filmbearbeitung: Charlotte Luise Fechner,
Musikarrangements: Christina Vayhinger
Assistenz: Ursula Breckner, Solveig Gernert,
Aline Vásquez-Keller

Spieldauer 100 min.
UA 30.11.2006, ARTheater Köln

Inhalt
In einem alten Kino läuft jede Nacht ein bunt zusammengewürfeltes Programm vom Zeichentrickfilm bis zum Doku-Feature. Hier haben sich vier versprengte Gestalten eingefunden - ein junges Mädchen, ein Mann mit Thermoskanne, eine leicht derangierte Frau und ein dunkelhaariges Wesen, das die anderen aufmerksam beobachtet. Man hat sich unter Fremden arrangiert, bis ein fünfter Besucher auftaucht, der das nächtliche Nebeneinander empfindlich stört...
INSOMNIA ist eine Nachtwanderung zwischen Film und Theater, ein Blitzlicht auf fünf Lebensstränge, die sich zufällig kreuzen in den Stunden in denen die Dunkelheit am tiefsten und die Seele am empfänglichsten ist.

Pressestimmen
Das Theater 1000 Hertz hat mit "Insomnia" das Großstadtthema Schlaflosigkeit zu einer originellen Collage verarbeitet, die im Artheater ihre Uraufführung erlebte. Charlotte Luise Fechner und Christina Vayhinger, die auch Regie führten, gelang mit den fünf Akteuren ein flirrendes Spiel auf den verschiedenen Ebenen der Innen- und Außenwelt. Die irreale Stimmung einer gemeinsam durchwachten Nacht überträgt sich unmittelbar auf die Besucher, die auch noch viel zu lachen haben.
Denn Bernd Blömer, Gerd Buurmann, Christina Hartman, Sabine Kämper und Mareike Marx greifen ins Geschehen auf der Leinwand ein, indem sie die oberflächlichen Dialoge einer US-Gesellschafts- komödie selbst "improvisieren" oder mit Slapstick-Einlagen ein heiteres Filme-Raten veranstalten. Auf diese Weise können die fünf Darsteller zugleich ihre Figuren profilieren. Anfangs noch "fremdelnd", offenbaren sie sich zusehends. Die Möchtegern-Musicalsängerin, die Alkoholikerin, die Kapriziöse, der Miesepeter und der Verklemmte - sie alle eint in dieser ironischen Stadtneurotiker-Paraphrase der Traum vom Happy End. Wenigstens auf der Leinwand.

(
Kölnische Rundschau, 12/06)

Als wolle es sich selbst entbehrlich machen: Das THEATER 1000 HERTZ platziert in 'Insomnia' fünf Figuren in einem Kino, das die 'Volkskrankheit' Schlafstörung in ein Programm ummünzt. 'Die ganze Nacht in Kino 8' - wenn schon schlaflos, dann nicht allein, so das mutmaßliche Motto. Doch jede Lautäußerung der fünf stört die amüsante Folge aus Cartoons,Dokumentarfilmen, Gute-Nacht-Geschichte für Erwachsene. Erst als der Film reißt, kommt eine Handlung in Gang, die verschiedene Möglichkeiten der Begegnung durchspielt - von der Provokation, die sich in der Vordergrund drängt, bis zum sensiblen Interesse, das die eigene Geschichte zurücknimmt, um die eines anderen aufscheinen zu lassen. Und sie verbinden sich zum emotionalen Seismogramm einer Gruppe - Spiegel der Entstehung der Produktion überhaupt.
Inhaltlich ist 'Insomnia' ein Gemeinschaftswerk der Truppe und schließt aufwändige Feldforschung im Vorhinein ein: eigens für das Stück geführte interviews mit New Yorkern über deren Schlafverhalten, die dann im Stück als Kinoprogramm zu sehen sind. Ein ansprechendes Experiment.
(Kölner Stadtanzeiger, 12/06)