Stücke


DIE SEERÄUBERJENNY

Ein Abend für Lotte Lenya

nach Johanna Sien

„Lenya-Darling, was immer du tust,
ist episch genug für mich.”
(Bertolt Brecht in DIE SEERÄUBERJENNY)

mit Christina Vayhinger
Klavier: Peter Land
Regie: Sven Lange, Bühne/Licht: Jan Hüwel

Spieldauer 70 min.
UA 25.3.2002 Theater im Hof, Köln

Inhalt
'Die Seeräuberjenny' ist ein Stück über die Sängerin und Schauspielerin Lotte Lenya. Rückblickend erzählt Lenya aus ihrem Leben - von ihrer Kindheit, ihrer ersten Begegnung mit Kurt Weill, der legendären Uraufführung der Dreigroschenoper in Berlin, ihrem Exil in Paris und London und von ihrer zweiten Karriere in den USA.
Sie plaudert mit Bert Brecht und Marlene Dietrich, schildert ganz nebenbei Zeitgeschichte und legt sich hin und wieder mit ihrem ständigen Begleiter, einem Haifisch, an; wenn es sein muss, auch im 'song contest'...

Pressestimmen
Christina Vayhinger spielt nicht Lenya - sie ist Lenya; was man gehört und gesehen haben muss, um es glauben zu können. Doch mit der Wiederbelebung eines Bühnenmythos gibt sich das Lenya-Stück keineswegs zufrieden. Ein ganzes Jahrhundert zieht vorüber in Zahlen und Namen, schließlich ist die Sängerin im Jahr 1898 geboren, ist die Geschichte ihrer Laufbahn untrennbar verwoben mit Zeitgeschichte. Obwohl ein Kunstgriff dem nächsten folgt, wirkt alles völlig ungezwungen, wie mit leichter Hand hingeworfen, und ist gerade darum Kunst im eigentlichen Sinn. Dass Vayhinger ihrer Lenya soviel Seele wie Stimme gibt, soviel Stimme wie Seele, vollendet diesen Musikabend als Kammerspiel einer Persönlichkeit.
Kölner Stadtanzeiger 4/02

Wie um Himmels Willen lässt man ein solches Wunder an Bühnenpräsenz wieder auferstehen, auf der Bühne? Wer wagt sich daran, ohne sich selbst als blasse Nummer bloßzustellen? Vayhinger wagt es - und gewinnt. Es gehört zu den schönsten Leistungen der Zusammenarbeit zwischen Sven Lange und Christina Vayhinger, diese Präsenz noch einmal spürbar zu machen: ganz ohne Weihe und Übersteigerung, beiläufig, wie etwas, das sich eben ereignet. Wie man mit gewaltigen Mitteln an Personal und Technologie ein kümmerliches Ergebnis an Ausdrucksvielfalt und -dichte erzielt, dies ist an mancher großen Bühne mit solcher Regelmäßigkeit zu bestaunen, dass man sich beinahe damit eingerichtet hat. Sven Lange geht den umgekehrten Weg, den Weg der geringsten Mittel. Und was geschieht? Großes Theater, reine Zauberei.
Jahrbuch Theaterszene Köln 2002