Stücke

siehe auch unser Weblog
www.utopia-gesellschaft-ohne-kapital.de


UTOPIA - Gesellschaft ohne Kapital?

Das Erbauliche an seinem (Platon) Leben ist nicht, was er erreicht hat, sondern was er versucht hat. Das Traurige an unserer Zeit ist aber nicht, was sie nicht erreicht, sondern was sie nicht versucht. Im Versuchen aber liegt der echte Idealismus.
LUDWIG MARCUSE

1516 beschrieb Thomas Morus in seinem Roman „Utopia” eine Republik, in der aller Besitz gemeinschaftlich ist und in der Geld als Tauschmittel nicht existiert.
In der heutigen Zeit, in der ganze Länder durch Spekulanten in den Staatskonkurs getrieben werden, mag uns dieser Entwurf einer geldlosen Gesellschaft noch realitätsferner und naiver vorkommen als damals. Utopien scheinen in einer durchrationalisierten und materialistisch ausgerichteten Welt kaum mehr denkbar zu sein. Jedoch führt das Streben nach Konsumgütern und das auf Konjunktur und Wachstum ausgerichtete, leistungsorientierte Denken langfristig in die soziale Sackgasse. Finanz- und Wirtschaftskrisen beuteln die Staaten, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst.
Wo führt diese Entwicklung hin? Gibt es mögliche Alternativen? Wie könnte eine Gesellschaft ohne ökonomisches Kapital aussehen? Was bedeutet der Verlust von Kapital? Was ist das eigentliche Kapital einer Gesellschaft? Und in was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
In seinem Rechercheprojekt „UTOPIA – Gesellschaft ohne Kapital?” wird das THEATER 1000 HERTZ diese Fragen untersuchen und nach möglichen gesellschaft-lichen Utopien forschen. Das Projekt wird dabei in vier Phasen aufgeteilt:

Phase 1: Sammeln
Im Frühjahr 2011 werden wir eine Reihe von Interviews führen; u.a. mit Sozialwissenschaftlern, Philosophen, Bankern, Künstlern, Wirtschaftsfachleuten und mit Menschen, die wir nach dem Zufallsprinzip auf der Straße auswählen. Ihnen stellen wir Fragen nach dem Ist-Zustand, nach Lebensformen, Wünschen, Mißständen und Zukunftsvisionen.
Für die Interviews auf der Straße ist der Hauptort der Recherche Köln, wo wir Stimmen aus den unterschiedlichen Stadtteilen und sozialen Schichten zusammentragen werden. Die Filmproduktionsfirma Weizenegger begleitet uns dabei dokumentarisch und zeichnet die Gespräche auf Filmmaterial auf.

Phase 2: Entwickeln
Im Sommer 2011 wird das aufgezeichnete Filmmaterial an ausgewählte Künstler aus den Bereichen Theater, Film, Literatur, Musik und Tanz weitergegeben. Die Künstler erhalten den Auftrag, ausgehend von den Rechercheergebnissen einen eigenen Beitrag zum Thema zu gestalten; ihre künstlerische Form von Utopie zu entwickeln.
Über einen speziell eingerichteten UTOPIA-Internet-Blog können Gedanken, Ideen und Probenergebnisse ausgetauscht werden; dies macht den Arbeitsprozess für alle sichtbar und offen und ermöglicht gegenseitige künstlerische Befruchtung.

Phase 3: Verbinden
Im Herbst 2011 werden die entwickelten Beiträge dann von THEATER 1000 HERTZ in Zusammenarbeit mit den Künstlern zu einer multimedialen Performance
verbunden. Möglichst viele divergente ästhetische und inhaltliche Ansätze sollen in diesem Verknüpfungs-prozess aufeinandertreffen und kreative Reibung erzeugen. Auch hier stehen die Offenheit und der Austausch im Vordergrund. Die Beiträge können sich voneinander abgrenzen aber auch ineinanderfließen. So kann z.B. ein literarischer Beitrag zu einer Tanzpassage an die Wand projiziert, ein Musikstück in einen Dialog integriert oder eine Filmarbeit mit einer Sound-performance verwoben werden.

Phase 4: Zeigen
Im November 2011 wird die Performance im Orangerie Theater Köln uraufgeführt. Dabei ist der zeitliche Rahmen noch offen. Eine komprimierte Abendveranstaltung ist ebenso denkbar wie eine begehbare theatrale Installation, die jederzeit betreten und verlassen werden kann. Ein begleitendes Rahmenprogramm bietet Vorträge, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und einen Open Space zum Thema, Eine Woche lang wird die Orangerie Köln ein Ort der Utopien sein, an dem die Besucher künstlerische Beiträge sehen, Interviews folgen, Meinungen austauschen und anderen Sichtweisen begegnen können.

Zukunftsmusik – Utopia 2012
Unsere Utopie für 2012 ist, das Projekt mit den Erfahrungen aus 2011 auf eine globale Ebene auszuweiten und internationale Künstler und Gruppen einzuladen, in ihrem Land ebenfalls ein UTOPIA-Projekt zu gestalten. Ein kreatives Netzwerk soll entstehen, das sich zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten mit Utopien auseinandersetzt und im regen Austausch miteinander steht.
Im November 2012 sollen dann die Rechercheergebnisse als Reihe in sieben
verschiedenen Ländern gezeigt werden. Als Aufführungsorte sind u.a. Athen, Istanbul, Reykjavík, London, New York, Tel Aviv und Köln avisiert. Unser Ziel ist es, an allen sieben Orten alle Performances als Reihe zu zeigen, aber das ist, wie gesagt, noch Zukunftsmusik...

Premiere: 24.11.2011
Orangerie Theater Köln

10 Fragen an Daniel Häni

Fragen 1-4 bei youtube
Fragen 5-7 bei youtube
Fragen 8-9 bei youtube
Frage 10 bei youtube

1. Was fällt dir zu diesem Bild ein?

2. Was bedeutet Geld für dich?

3. Bist du zufrieden mit dem was du hast?

4. Was ist deine Vorstellung von Reichtum?

5. Würdest du deinen Besitz mit anderen teilen?

6. Stell dir vor, du erhältst jeden Monat 1.500 Euro, ohne etwas dafür tun zu müssen.
Würdest du trotzdem arbeiten?
--- Wenn ja, was?

7. Könnte unsere Gesellschaft funktionieren, wenn es kein Geld gäbe?

8. Welche Werte zählen derzeit am meisten in unserer Gesellschaft?
--- Und welche wären wünschenswert ?

9. Was ist deiner Meinung nach das Kapital unserer Gesellschaft?

10. Wenn du die Welt so gestalten könntest, wie du wolltest – wie würde sie aussehen?
--- Fällt dir ein Lied dazu ein?
--- Oder eine Farbe?