Stücke



UA: 22.03.2018, Orangerie Theater Köln

mit Christina Vayhinger

Text und Inszenierung: Christina Vayhinger, Schauspielcoaching: Heidrun Grote
Dramaturgie: Karoline Bendig, Ausstattung: Vanessa Laumann, Licht: Patric Brück

„Mein Vater wird noch die ganze Welt erobern und mir nichts zu tun übriglassen.” (Alexander der Große)

„Krieg ist ein Naturzustand.” (Napoleon Bonaparte)

„Ich werde eine Autokratin sein, das ist mein Beruf. Und Gott, der Herr, wird es mir verzeihen. Das ist sein Beruf.” (Katharina II.)


In der historisch belegten Menschheitsgeschichte sollen knapp 14.400 Kriege stattgefunden haben, denen ungefähr 3,5 Milliarden Menschen zum Opfer gefallen sind. Da bisher schätzungsweise 100 Milliarden Menschen gelebt haben, würde dies bedeuten, dass jeder dreißigste Erdenbürger sein Leben durch kriegerische Handlungen lassen musste.

Nun sollte man meinen, die Menschheit hätte mittlerweile gelernt, dass aus Kriegen hauptsächlich Elend und Verzweiflung erwächst und nicht etwa eine Verbesserung der Zustände. Warum also geht das Töten munter weiter?

In einem Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud mit dem Titel „Warum Krieg?" fragt Einstein „Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien?” Freuds desillusionistische Antwort lautet, dass man an der aggressiven Natur des Menschen nicht vorbeikomme. Es sei ausserdem „ein Stück der angeborenen und nicht zu beseitigenden Ungleichheit der Menschen, dass sie in Führer und in Abhängige zerfallen.” Ein halbes Jahr nach dem Briefwechsel von Einstein und Freud wurde Adolf Hitler deutscher Reichskanzler.

Die Lust am Töten scheint also etwas Grundmenschliches zu sein; offensichtlich auch etwas Männliches, denn Kriege werden in aller Regel von Männern geführt, sowohl als Anführer als auch als Ausführende. Der Anlaß zum Töten scheint dabei austauschbar - Religion, Staatsinteressen, Ressourcen und vieles mehr bieten willkommenen Anlass zur Aggression.

Um die Anführer, die Kriegsherren, geht es in der neuen Produktion des THEATER 1000 HERTZ. Was treibt sie an und weshalb folgen ihnen Abertausende in ein ziemlich sicheres Verderben?
Die Bühne betreten unter anderem Alexander der Große; Napoleon Bonaparte, Katharina II., Zarin von Russland und die amerikanischen Bürgerkriegsgeneräle Ulysses S. Grant und Robert E. Lee.

Der Kriegsherr ist ein Parforce-Ritt durch die Weltgeschichte. Anhand der historischen Figuren werden die Mechanismen der Macht und der Antrieb zum Krieg untersucht. Indem wir die Vergangenheit beleuchten, können wir vielleicht auch die derzeit verworren scheinende Gegenwart klarer sehen.